Berlin Berlin, wir fuhren nach Berlin
Vergangenes Wochenende von Freitag bis Sonntag, reisten die Pioneers’ Clubs St. Gallen und München und PCU Zürich nach Berlin mit gut 30 Leuten. Ziel des Wochenendes war es, spannende Einblicke in die Unternehmen AirBerlin, spreadshirt.de, gameduell.de und studivz.de zu gewinnen. Daneben durften natürlich auch die nächtlichen Streifzüge durch die riesige Stadt nicht fehlen. Eindeutig herausragend ist hierbei das Club/Restaurant des Hotels Adlon, das Felix zu erwähnen. Gut war das Essen sowohl im Fernsehturm als auch in der Schlütter 52, wobei letztere Location leider durch miserablen Service (Essen bestellt um ca. 20 Uhr, Hauptgang kam am letzten Tisch sage und schreibe um 23.30) auffiel. Das Art’otel in welchem wir die wenigen übrigbleibenden Nachtstunden verbrachten, ist top in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis: geniales, leider nicht immer von allen frequentiertes Morgenbuffet sowie eine super Lage nahe dem Ku’damm.
AirBerlin überraschte anfangs erstmal gleich negativ, als klar wurde, dass Joachim Hunold trotz bereits 3/4 Jahre im voraus festgelegtem Termin keine Zeit für ein persönliches Round Table haben wird. Seine sehr kompetente Assistentin konnte das dann natürlich trotz wirklich interessanter Präsentation und vielen spannenden Insights (strategische Ausrichtung und Unterscheidung von der Konkurrenz, Akquisition dba, Abwendung von der no-frills-Strategie hin zu Essen/Zeitungen an Bord und Vielfliegerprogrammen, Börsengang, zwar schwarze Zahlen aber leider noch immer kein wirklicher Gewinn, heitere Zitate wie: “Lumpensammler von Münster” oder “Restaurant mit Flugpiste neben dran”) nicht wettmachen. Die Führung durch den Hauptsitz streifte die hochkomplexe Welt des Air Traffic Centers, wo alle Flüge überwacht und disponiert werden, sowie die Ausbildung der Flugbegleiter/innen. Die verhinderten Feuerwehrmänner Sascha und Christoph, durften sogar im Gelände-eigenen Feuercenter einen Sitzbrand löschen.
spreadshirt.de, gegründet von Lukasz Gadowski (29), beschäftigt weltweit mittlerweile über 200 Mitarbeiter. Das Geschäftsmodell denkbar einfach: T-Shirt und Accessoires bedrucken über Internet. Das Geniale am Geschäftsmodell ist hingegen das Affiliate-Modell, welches einem Betreiber einer Seite ermöglicht, einen eigenen customized Shop über die eigene Seite zu betreiben, mittels der von spreadshirt bereitgestellten Engine. Der Umsatz gemäss eigenen Angaben bewegt sich mittlerweile bei 10 Mio. Euro - fast growing versteht sich.. Zumal sich die Leute momentan erst richtig an die Expansion in Asien heranmachen, zuvor war es primär Europa und USA.
gameduell.de, durch die Gründer von dooyou und einen ehemaligen Executive von Lycos gegründet, bietet einfache Online-Games über verschiedene Plattformen an, bei denen um Kleinbeträge während der Pause o.ä. gespielt werden kann. Es richtet sich also an die breite Masse der Gelegenheitsspieler und ist vom Modell her ebenso einfach: 4 Spieler, insgesamt 4€ Einsatz und 3€ ausbezahlter Gewinn. Somit bleiben 25% hängen, was in der Masse ein interessantes Business wird. Von der Konkurrenz hebt sich gameduell einerseits durch stetige Innovation mit neuen Spielen und vor allem auch durch Kooperationen oder White Labeling mit grossen Plattformen wie bild.de, t-online.de u.ä.
Schlussendlich stand auch noch studiVZ, wohl eines der momentan medial meistgenannten Online-Netzwerke in Deutschland neben openBC (neu XING) auf dem Programm. Deren Gründer und CEO (in eigenen Worten “Chief Entertaining Officer”) Essan Dariani, führte in einer kurzen Sales Presentation aus, wieso studiVZ der nächste Big Bang in der Web 2.0 wird. Eindrücklich ist tatsächlich das vorgelegte Wachstum, wurde das Netzwerk gerade mal vergangenen Dezember aufgeschaltet und weist nun bereits über eine Million User aus! Wenn auch das Geschäftsmodell noch einigermassen unklar ist, so lassen sich natürlich durch die klassischen Modelle (User Fees, Advertising, Kooperationen) sicherlich schon einiges verdienen. Ich meine: der lukrative Exit für die Gründer wird hier relativ rasch folgen, geht doch openBC momentan an die Börse um sich Geld zu beschaffen, das sie für nichts anderes als akquisitorisches Wachstum (meine Tipps hier: LinkedIn, studiVZ, tilllate.com/usgang.ch, u.ä.) gebrauchen können.
Fotos zum Event gibts hier von Marc P. Bernegger, hier und hier (PDF) von Christoph Steiner
Blogs und Kommentare: Lukas Gadowski (lakattack.de), Kolja Hebenstreit (koljahebenstreit.de), Ehssan Dariani (studivz.net/blog), Marc Bernegger (ifyoucandreamityoucandoit.com), Adrian Locher (zimtkorn.ch/zimtblog)
